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Fairtrade Kreis Friesland

Der Landkreis Friesland hat am 14.3. mit großer Mehrheit beschlossen, sich als fairtrade- Kreis zu bewerben. Der Sander Pastor Gerd Pöppelmeier, Mitglied im Klimaschutzbeirat des Landkreises, hatte sich für die fairtrade-town-Idee eingesetzt und sie gemeinsam mit der Grünen Kreistagsfraktion im vergangenen Herbst in der Mehrheitsgruppe vorgestellt. Nun setzt der Landkreis die ersten Schritte in Richtung fairtrade Titel um, dazu gehört eine Umstellung der offiziellen Bewirtung im Kreisamt auf fair gehandelte Produkte.

 Der Status fairtrade-Kreis wird verliehen, wenn 5 weltweit, einheitliche Kriterien erfüllt sind.
-Auf Beschluss des Kreistags wird bei allen Sitzungen und Ausschüssen sowie im Büro des Landrats fairtrade-Kaffee bzw. Tee und ein weiteres Produkt aus fairem Handel (Zucker, Saft, Kekse) verwendet.
-Eine lokale Steuerungsgruppe wird gebildet, die die Aktivitäten vor Ort auf dem Weg zum fairtrade-Kreis koordiniert, z.B. Vertreter*innen aus Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, des Klimaschutzbeauftragten, der Wirtschaftsförderung, des Einzelhandels u.a.
-In den lokalen Einzelhandelsgeschäften werden gesiegelte Produkte aus fairem Handel angeboten, in Cafes und Restaurants werden fairtrade-Produkte ausgeschenkt, gestaffelt nach Einwohnerzahl. Im Landkreis Friesland mit circa 100.000 Einwohnern müssen dies 20 Geschäfte und 10 Gastronomiebetriebe mit jeweils 3 Produkten sein.
-In öffentlichen Einrichtungen, wie Schulen, Vereinen und Kirchen sollen fairtrade-Produkte verwendet werden und über Bildungsmaßnahmen soll über das Projekt informiert werden. Bei 100.000 Einwohnern muss es sich um 1 Schule, 1 Verein und 1 Kirchengemeinde handeln. In Jever bewirtschaftet eine Schule die Mittagsverpflegung bereits aus fair gehandelten Produkten. Eine Sensibilisierung der Öffentlichkeit soll durch Fortbildungsveranstaltungen für Lehrer unterstützt werden.
-Die örtlichen Medien begleiten den Weg zum fairtrade-Kreis mit mindestens 4 Artikeln im Jahr. Damit soll gewährleistet werden, dass sich in der Bevölkerung ein Bewußtsein für globale Verantwortung und fairen Handel einstellt.

Zum Hintergrund:
Im Jahr 1992 startete der gemeinnützige Verein TransFair seine Arbeit mit dem Ziel, benachteiligte Produzentenfamilien in Afrika, Asien und Lateinamerika zu fördern und durch fairen Handel ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen zu verbessern. Der faire Handel unterstützt dort insbesondere benachteiligte kleinbäuerliche Familien, um ihnen eine menschenwürdige Existenz aus eigener Karft zu ermöglichen. So decken die festgelegten Mindestpreise die Produktionskosten und sichern das Existenzminimum, Aufschläge ermöglichen Investitionen in die Zukunft. Diese Standards entsprechen den Standards der Fairtrade Labeling Organization International (FLO). Die unabhängige FLO-CERT GmbH mit Sitz in Bonn stellt sicher, dass Produkte mit dem fairtrade-Siegel diesen Standards entsprechen. Im Jahr 2000 startete die fairtrade-town-Kampagne mit großem Erfolg in Großbritannien. Weltweit gibt es bisher circa 600 fairtrade-towns, z.B. London, Brüssel oder Rom. In Deutschland startete die Kampagne im Januar 2009. Im Weser-Ems-Gebiet sind Jever, Aurich und Oldenburg die ersten fairtrade-towns.

 

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