"Präventive Arbeit darf nicht gefährdet werden." 02/09


"Die Gemeide Zetel hat Kindern und Jugendlichen bisher ein durchaus attraktives, von Spzialpädagogen und ehrenamtlichen Kräften begleitetes Angebot zur Gestaltung ihrer Freizeit gemacht und dabei bewiesen, dass Gutes nicht immer teuer sein muss", resümiert Wilhelm Wilken, der für Bündnis 90/Die Grünen im Zeteler Gemeinderat sitzt. "Nun allerdings", so Wilken, "will die Gemeinde einen Weg einschlagen, der in die Sackgasse führen kann."

Nach Angaben des Ratsherren will die Gemeinde die Einrichtung einer offenen, teilweise auf Freiwilligkeit basierende Ganztagsschule an der Haupt -und Realschule vorantreiben (die NWZ berichtete) und dabei vor allem ihre sozialpädagogischen Personalressourcen zur Schülerbetreuung einbringen.

"Land hält sich zurück"

"Die Einrichtung einer Ganztagsschule an einer Haupt - und Realschule ist", so Wilken weiter, "hinsichtlich ihrer personellen Ausstattung beim lehrenden und betreuenden Personal Sache des Landes. Das hält sich, wohl aus Kostengründen, bei der Einrichtung dieser an sich sinnvollen Schulform zurück".

Wie der Ratsherr die Situation einschätzt, springen Kommunen "in die Bresche", um den Stillstand zu beenden, und gäben ihr Bestes - das sei im Falle der Gemeinde Zetel vor allem ihr sozialpädagogisches Personal.

Ratsherr warnt

"Ich sehe die Gefahr, dass sich das Angebot der Jugensozialarbeit zur Freizeitgestaltung in den späten Nachmittagsstunden und am Abend personell und auch räumlich erheblich verschlechtert. Das jetzige Jugendzentrum steht zur Disposition", beklagt Wilken (möglicherweise soll dort die Sozialstation der Gemeinde Quartier beziehen - Anm. d. Red.) Die hervorragende Integrative und präventive Arbeits des Jugenzentrums dürfte nicht gefährdet werden, fordert Wilken. "Der Kriminologe Prof. Christian Pfeiffer warnt vor einer isolierten Schulsituation und reduzierte Jugendarbeit", betont der Ratherr.

"Zentrum liegt ideal"

Das Jugendzentrum Zetel liege geradezu ideal zwischen den Schulen. Programmatisch könne es sich weitere Gruppen von Jugendlichen, aber auch Vereinen öffenen. "So wäre ein größeres kulturelles Angebot für Jugendliche meines Erachtens sinnvoll", sagt Wilken und plädiert: "Wie Erwachsene haben Kinder und Jugendliche nach den Verpflichtungen des Tages einen Anspruch auf einen Raum für entspannende, kreative und soziale Aktivitäten. Das jetzige Jugendzentrum ist ein solcher Raum - und sollte es auch bleiben."

aus: Nordwest-Zeitung, 27.02.2009

 

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