Kein Geld für weiteren Kleiabbau - Ein Skandal!
Seit Jahren streiten Umweltschützer mit dem Deichband, dem Küstenschutz und dem Umweltministerium um die Frage des Kleiabbaus vor oder hinter dem Deich.
In Cäciliengroden konnte der dortige Pastor vor Jahren tausende Menschen mit Fackeln zu einer Mahnwache gegen den Widerspruch der Naturschutzverbände für eine Genehmigung des Kleiabbaus im Vorland mobilisieren. Seitdem gilt der Kleiabbau im Deichvorland bei Dangast als Vorzeigeobjekt. Allerdings sind die Löcher bis heute noch offen und gilt gerade diese Bucht als besonders geeignet im Laufe eines Jahrzehnts wieder zuzuschlemmen.
Nun gibt es erstmals in der Geschichte des Deichbaus ein großes Konversionsprojekt für einen Freizeitpark bei der Kaserne in Hohenkirchen. Insgesamt könnten dort über 1,5Millionen Kubikmeter Klei abgebaut werden. Bisher wurden aber nur ca. 650.000 m3 Klei abgebaut. Noch vor Jahresende hat der Deichband den Kleiabbau aus Kostengründen eingestellt. Die Gelder, die hierfür vom Ministerium zur Verfügung gestellt wurden, waren verbraucht. Obwohl noch ausreichend Zeit gewesen wäre hat das Umweltministerium kein weiteres Geld zur Verfügung gestellt um die Arbeiten fortzuführen. Man hat den Verdacht, dass der Kleiabbau im Binnenland nur langsam weitergeführt wird, damit im Gegenzug der Abbau Außendeichs forciert werden kann, da er billiger ist, als im Binnenland. Man muss sich schon wundern, dass wertvoller Kleiboden nicht abgebaut wird, obwohl er mehr als ausreichend zur Verfügung steht!
Einen Erfolg „grüner Arbeit“ gibt es dennoch zu melden:
Den durch den Kleiabbau entstehenden See soll in naher Zukunft eine Brücke überspannen. Die Planungen hierfür sind abgeschlossen und der Bau wurde ausgeschrieben und der Auftrag inzwischen vergeben. Von den Planern wurde als Belag Bongossi bevorzugt. Nach Protesten durch Reiner Tammen, Ratsmitglied der Grünen, wurden bei der Ausschreibung auch andere Holzsorten berücksichtigt. So auch das heimische Lärchenholz. Auch wurde durch Herrn Tammen Robin Wood informiert und gemeinsam ein Brief verfasst, der an Bürgermeister, Kurdirektor und alle Fraktionsvorsitzenden geschickt wurde. In diesem Brief wurde darum gebeten auf keinen Fall Tropenholz für eine Brücke über einen See zu verwenden, der nur entsteht, weil unter anderem durch die Abholzung des Regenwaldes der Klimawandel forciert wird und somit die Deiche erhöht werden müssen.
Die Ausschreibung hat letztendlich ergeben, dass Hochgebirgslärche verwendet wird. Ein in Europa heimisches Holz, das in Widerstandsfähigkeit und Belastbarkeit den bekannten Tropenhölzern in nichts nachsteht. Dieses Holz wurde schon vor Jahrhunderten auch im Wasserbau eingestzt.
Reiner Tammen
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