Naturschutz und Deichsicherheit
Schortens – Bei einem Gespräch mit der grünen Kreistagsfraktion (Uwe Burgenger, Gustav Zielke, Dirk von Polenz) wiesen Beatrice Claus vom Word Wildlife Fund for Nature (WWF) und Marita Budke vom Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) darauf hin, dass die für die Deichbaustelle Hohenkirchen geplante Kleientnahme aus dem Deichvorland sehr problematisch gesehen wird, da dieses Gebiet im Nationalpark Wattenmeer liegt.
Würde man sich darüber einfach hinwegsetzen, würde das gesamte Projekt Nationalpark in Frage gestellt. Eine drohende Verbandsklage dagegen würde der Landkreis Friesland und der 2. Oldenburgische Deichband lieber verhindern.
Die Planung geht davon aus, dass zwei Drittel der benötigten 1,5 Millionen Kubikmeter binnendeichs und das letzte Drittel außendeichs abgebaut werden soll. Obwohl auch der binnenseitige Abbau eine große Belastung für die Umwelt und die Bürger darstellt, wurde vorgeschlagen, zu prüfen, ob dieser Anteil nicht erhöht werden könne.
Rainer Tammen, Grüner Ratsherr der betroffenen Gemeinde Wangerland, der wie der Grüne Landtagsabgeordnete Hans-Joachim Janssen ebenfalls an der Diskussion teilnahm, berichtete , die betroffenen Bürger seien trotz der Belastung durch den LKW-Verkehr recht geduldig, schließlich sind sie selber an der Deichsicherheit interessiert.
Die „Pütten“ von vergangenen Deichbaumaßnahmen schließen sich nicht so schnell wieder, wie erhofft, vor allem entstehen nicht sofort wieder hochwertige Pflanzengesellschaften. Ein intaktes Wattenmeer mit interessanter Flora und Fauna ist aber auch für den Tourismus wichtig. Gelobt wurde in diesem Zusammenhang, dass der Landkreis Friesland sich mit seinem „Kleisuchprogramm“ sehr bemüht habe, den Eingriff so umweltverträglich wie möglich zu gestalten.
Eine Prüfung weiterer Abbaugebiete binnendeichs wurde von allen Beteiligten als beste Lösung angesehen. Dass diese vermutlich mit höheren Kosten verbunden seien, dürfte nicht das letzte Argument sein. Ein Gegeneinanderausspielen von Deichbau und Naturschutz aus finanziellen Gründen sei völlig unakzeptabel. Vielmehr müsse im Landeshaushalt wesentlich mehr Geld für den Küstenschutz bereitgestellt werden. „In Hannover seien die Zahlen über den bevorstehenden Meerwasseranstieg offenbar noch nicht angekommen“, vermutet Uwe Burgenger.




