Mehr Lehrer für die BBS Mogelpackung


Bericht vom Grünen Stammtisch am 11.12.2006 zum Thema: "Schulpolitik oder blinder Aktionismus"

MdL Ina Korter (Grüne) sprach in Jever

Zahlen , die nachdenklich stimmen, präsentierte Ina Korter, schulpolitische Sprecherin der Günen im Landtag, am Montagabend als Gast der friesländischen Grünen im Graf-Anton-Günther-Saal. Die Landtagsabgeordnete, selbst Mutter zweier schulpflichtiger Kinder und ehemalige Lehrerin, ging dabei zunächst auf die drückendste Misere an Jevers Schulen ein, dem Lehrermangel und Unterrichtsausfall an den Berufsbildenden Schulen (BBS).

Auf einen Brandbrief von Schülern und Eltern hatte das Kultusministerium für die BBS im Schulbezirk Osnabrück eine Lehrerversorgung von 90,5 Prozent genannt, für Jever allerdings nur eine von 87 Prozent.

Korter kritisierte, dass dies noch Zahlen vom November 2005 seien und das Ministerium bis auf den Tag außerstande sei, die aktuellen Zahlen zu nennen, obwohl jeweils der 15. November Stichtag der jährlichen Berechnungen sein solle. Im Übrigen wisse man dort zwar, dass die BBS landesweit die schlechteste Versorgung hätten, es seien aber einfach keine Lehrer zu finden.

Für Jever habe man aber drei Lehrer aufgetrieben und der Schulbehörde eine so genannte Einstellungsermächtigung für eine weiter Lehrkraft gegeben. Lehrer und Schülervertreter, die an diesem Abend dabei waren, klärten jedoch über den wahren Sachverhalt auf: Tatsächlich seien im Laufe des Jahres drei neue Lehrer gekommen, hätten aber nur drei Abgänge ersetzt - und dabei sei die Schülerzahl gestiegen. Wie gravierend sich so etwas auswirkt, wusste die Abgeordnete aus der Wesermarsch zu berichten, wo eine Realschulklasse sogar ganz ohne Englich-Unterricht auskommen müsse.

Ohnehin sei die vom Kultusministerium für den gesammten Schulbereich propagierte Unterrichtsversorgung von 101 Prozent eine Mogelpackung. Vei den Verlässlichen Grundschulen twa würden auch die Betreuungskräfte mitgezählt, während Fehlzeiten durch Schwangerschaft, Krankheit oder Fortbildung ignoriert würden.

Ein Sorgenkind sei die Hauptschule, die als Sammebecken für die schwächsten Schüler kaum noch Chancen auf eine Lehrstelle biete. Auch deshalb habe das Sterben der Hauptschulen längst begonnen. Die Grünen fordern eine echte Ganztagsschule mit jahrgangsübergreifendem Unterricht. Das viergliedrige Schulsystem sei teuer und ineffektiv, währen PISA-Sieger Finnland und die skandinavischen Länder erfolgreich auf ein System setzen, das bis zur 9. Klasse eingliedrig laufe. 

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