Anfrage und Anregung für Ausschuss für Wirtschaft, Tourismus, Kreisentwicklung und Finanzen


Bündnis 90/ DIE GRÜNEN Friesland, Kta Gustav Zielke, 26441 Jever

Anfrage und Anregung für Ausschuss für Wirtschaft, Tourismus, Kreisentwicklung und Finanzen

In Vorbereitung auf den Ausschuss für Wirtschaft, Tourismus, Kreisentwicklung und Finanzen habe ich mir die Tagesordnung des Ausschusses und auch die Internetseite der Wirtschaftförderung ausführlicher angesehen.

Die Gestaltung dieser Seite finde ich sehr gut und informativ. Allerdings vermisse ich ein wenig Hinweise und Informationen, die gerade JungunternehmernInnen und UnternehmensstarternInnen im Klein-/ Kleinstunternehmensbereich helfen, die jeweils individuellen Fördermöglichkeiten für den jeweils individuellen Firmenfall in der Startphase des Unternehmens zu finden.

Hieraus resultiert auch meine Frage an die Wirtschaftförderung:

Wie viele Klein-/ Kleinstunternehmen haben im letzten Jahr individuelle Hilfen und Unterstützung durch die Wirtschaftsförderung bekommen und welche finanziellen Unterstützungen sind hierfür geflossen bzw. wurden über Förderwege vermittelt?

In welcher Form geht die Wirtschaftsförderung gerade bei UnternehmensstarternInnen in die Beratung, wenn diese Betriebe in das „Krisenjahr 3“ nach dem Unternehmensstart kommen?

Erläuterungen zum Antrag:

Meiner Beobachtung nach sind gerade UnternehmensstarterInnen in bestimmten Branchen Arbeitsplatzschaffer, wo insbesondere auch für junge Menschen Beschäftigungsmöglichkeiten für un- oder angelernte Kräfte entwickelt werden. Ebenso werden in diesen Betrieben auch Ausbildungsplätze für diesen Personenkreis angeboten, da sie an einer Nachwuchs-/ Mitarbeiterausbildung in ihrem eigenen Betrieb interessiert sind. Hinzu kommt, dass eine höhere Flexibilität bezüglich Umsteuerungs-/ Neuausrichtungsprozesse bei diesen Unternehmen gegeben ist, als bei „großen Konzernen“ – siehe Wirtschaftentwicklungsprozesse in den Industrieregionen im Südwesten. Diesen „Jung“-UnternehmernInnen fehlt oft das Know- How und die Zeit, die nötigen Recherchen für Anträge und Informationen über Fördermöglichkeiten oder finanzielle Unterstützung anzustellen, da sie alle Zeit darauf verwenden, Aufträge hereinzuholen, bzw. die betriebliche und familiäre Existenz zu sichern.

Hier wäre eine aktive Unterstützung durch die Wirtschaftförderung vielfach Existenz sichernd und es würden womöglich viele neue Beschäftigungsmöglichkeiten für junge Menschen gesichert/ geschaffen.

Auch volkswirtschaftlich gesehen, ist es sicherlich klüger, durch gute und kluge Beratung berufliche Existenzen zu sichern, als die gescheiterten GründerInnen/ GründerInnenfamilien hinterher im Hilfebereich unterstützen zu müssen. Auch diese selber wollen lieber durch erwirtschaftetes Einkommen für sich selber/ ihre Familien sorgen, als beim Amt um „Hilfen zu betteln“.

Aus dem Arbeitsfeld der Schuldnerberatung des Diakonischen Werkes Friesland erleben wir in der Insolvenzberatung zunehmend viele gescheiterte JungunternehmerInnen, die Probleme mit ihrer Hausbank bei der Überbrückungsfinanzierung von ausstehenden Forderungen haben, oder wenn die Hausbank gefordert ist, ein Gutachten für die N-Bank zu erstellen, um dort den Unternehmensstart bezuschussen bzw. durch die Bürgschaftsbank (NBB) absichern zu lassen. Auch hier könnte sich die Wirtschaftsförderung unterstützend einschalten.

Ich würde mich freuen, wenn meine Fragen in der nächsten oder übernächsten Sitzung beantwortet werden können und meine Anregung zu einer erweiterten Beratung in der Existenzgründungskultur des Fachbereiches Wirtschaftförderung im Landkreis Friesland führen würde. Gerne bringe ich/ wir - Diakonisches Werk Friesland - auch unser Wissen über die Menschen mit ein, die nach einer gescheiterten Existenzgründung Kunden in unserer Insolvenzberatung geworden sind.

Gustav Zielke



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