Lebenslänglich für die Deponie

Dirk von PolenzAnmerkungen des Kreistagsmitgliedes und Vorsitzenden des Umweltausschusses Dirk von Polenz.

„40 Jahre schon müssen die Bürger diese Deponie ertragen, das ist sehr lang, wenn man bedenkt, dass selbst lebenslänglich nur 15 Jahre bedeutet“. Abgesehen davon, dass dieses Zitat des Kreistagsabgeordneten Neugebauer etwas geschmacklos ist, ist es auch nicht korrekt. Denn lebenslänglich bedeutet lebenslänglich, 15 Jahre sind nur der Zeitpunkt der frühesten Begnadigung.

Ich will dieses Bild mal aufgreifen, wo Herr Neugebauer es doch so pressewirksam ins Spiel gebracht hat. Gibt es einen Grund oder eine Möglichkeit, die Mülldeponie zu begnadigen? Oder die Bürger, die in der Nähe wohnen? Leider nicht. Die Deponie ist rekultiviert, wird nicht weiter befüllt, bleibt aber bestehen. Es gibt eine Sickerwasserkläranlage um das Grundwasser zu schützen und Gasbrunnen, die entstehendes klimaschädliches Deponiegas auffangen. Das wird auch weiterhin so bleiben. Um in Neugebauers Bild zu bleiben: Das ist die anschließende Sicherheitsverwahrung.

Rein theoretisch könnte man natürlich den ganzen Berg wieder abtragen und nachträglich in eine Müllverbrennungsanlage verbringen. Abgesehen von unvorstellbaren Kosten stände dem aber sicher auch wieder der Bürgerprotest entgegen, denn hierbei gäbe es wahrhaftig reichlich Emissionen, allem voran ein LKW-Verkehr wie nie zuvor. Zu Recht würden Anlieger protestieren, unterstützt vom Ratsherrn Böcker und vielen anderen, natürlich auch von den Grünen.

Dass die Deponie dort bleibt, ist also alternativlos. Genauso ungern, wie ich dieses Wort verwende, sehe ich die Deponie selbst. Ich wäre nie dafür gewesen, sie an dieser Stelle zu errichten, die Entscheidung liegt aber leider über 40 Jahre zurück. Diese beiden Hügel stellen eine dauerhafte Zerstörung des Landschaftsbildes dar, auch wenn die Ortschaft zufällig Hohenberge heißt, was für eine bittere Ironie.

Die Deponie wurde aber gebaut und wir können es nicht rückgängig machen, Varel muss und kann damit leben.

Worin besteht aber jetzt die drohende Verschlechterung durch die Befüllung des Zwischenraumes mit Bauschutt? Da die Gesamthöhe nicht merklich höher wird und die Sichtachse zwischen den beiden bisherigen Deponiekörpern sowieso nur durch einen ganz bestimmten Blickwinkel möglich ist, wird man vom Bauschutt weder jetzt noch später überhaupt etwas sehen. Die Ablagerung wird juristisch und technisch nach dem neuesten Stand betrieben. Unzulässige Emissionen wird es nicht geben.

Es bleibt der LKW-Verkehr. Das kann man nicht bestreiten. Aber er wird überschaubar und nur für wenige Jahre sein, nicht lebenslänglich.

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